Der Bauhof ist geschlossen – FDP fordert Lösung

7. April 2020

Kronberg, den 7. April 2020

Viele Kronberger Bürger nutzen den Zwangsurlaub durch Corona, um den Garten in „Frühlingsform“ zu bringen. Den reichlich anfallenden Grünschnitt will man zum Kronberger Bauhof bringen und steht vor verschlossenen Toren.

Ähnlich geht es den Kronberger Handwerkern, die nun gezwungen sind, den Bauschutt zu gewerblichen Bauhöfen zu bringen.

Kronbergs Erster Stadtrat Robert Siedler begründet die Beibehaltung der Schließung in einem Schreiben an Kronberger Bürger damit, dass er es für ausgeschlossen hält, „den Betrieb in geordneten Bahnen abzuwickeln“. Er befürchtet Chaos und die Gefährdung der Gesundheit seiner Mitarbeiter. In der weiteren Folge wirft er den Bürgern ein „nicht nachvollziehbares Anspruchsdenken“ und mangelndes Engagement, auf Alternativen auszuweichen, vor.

„Ich finde es bedenklich, dass Herr Siedler den Kronberger Bürgern unterstellt, sich nicht an neue Corona-Disziplinen halten zu können. Es mag zu Auseinandersetzungen und Tumulten in anderen Städten gekommen sein, aber das heißt doch nicht automatisch, dass dies in Kronberg auch passieren wird. Ich hätte es besser gefunden, wenn Herr Siedler über Lösungen – wie seine Kollegen in Königstein, Bad Soden oder Eschborn –  nachgedacht hätte“, stellt die Bürgermeisterkandidatin Kristina Fröhlich fest.

Ein Blick auf umliegende Gemeinden zeigt, dass einige mit kreativeren Lösungen einen Weg gefunden haben, der für alle funktioniert:

  • Königstein: der Bauhof ist geschlossen, aber kompostierbare Gartenabfallsäcke werden wöchentlich zusätzlich zur Biotonne abgeholt.
  • Bad Soden: 2 Wertstoffhöfe bleiben geschlossen, einer jedoch hat erweiterte Öffnungszeiten. Es können weiterhin Grünabfälle und Papiermüll abgegeben werden.
  • Eschborn: Trotz Corona-Krise bleibt ein Dienstleistungszentrum geöffnet und erweitert sogar die Öffnungszeiten und ist nun an einem zusätzlichen Samstag geöffnet.

Kategorisch die Tore zu schließen, kann nicht die richtige Antwort sein.

Es ist zu begrüßen, dass die Stadt eine zusätzliche Straßensammlung von Grünabfällen am 8.April angeboten hat. Dies sollte aber kein Einzelfall bleiben.

„Wir würden uns im Interesse der Kronberger Bürger freuen, wenn seitens des Magistrats doch noch einmal über gangbare Alternativen nachgedacht würde“, meint auch Dietrich Kube, für die FDP Mitglied der Betriebskommission.