Fröhlich: „Die Kleinsten nicht vergessen!“

22. April 2020

Im Gegensatz zur Betreuung der Kleinsten läuft der Unterricht in den oberen Schulstufen langsam wieder an.

Das Thema „Kita-Kinder“ dagegen war bisher überraschend wenig präsent in den Medien – dafür umso brisanter in den deutschen Familien! Man hat den Eindruck, man befindet sich im Deutschland der 60er Jahre und die Kleinen sind doch „eh zuhause bei Mama“.

In den Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gibt es zu den Kitas nur einen Satz: Man sollte sie bis zu den Sommerferien geschlossen halten.

Kristina Fröhlich, Bürgermeisterkandidatin der FDP fragt sich: „wenn jetzt das öffentliche Leben wieder startet – und es muss starten -, wird beispielsweise der stationäre Handel nicht ohne Arbeitskraft auskommen. Wo aber bleibt für die Eltern die Planungssicherheit, ab wann sie ihr Kind wieder in Betreuung geben können?“

Die Familien, die seit Wochen zwischen Kind und Homeoffice jonglieren, sind bereits an der Grenze des Machbaren angelangt. Eine wichtige Telefonkonferenz kann man in Jogginghosen abhalten, aber nicht mit Kindern im Kita-Alter, die lieber mit den Eltern spielen wollen, gerade die Windeln voll oder einfach nur Langeweile haben.

Die neuen Regelungen sagen Millionen Arbeitnehmern, die ihre Kinder nicht in die Kita bringen dürfen, dass ihre Arbeit systemirrelevant sei. Dabei zahlen gerade viele dieser Arbeitnehmer die Steuern und Abgaben, die das System stützen.

Wenn es wirklich dazu kommen sollte, dass unsere Kindertagesstätten bis in den Sommer geschlossen bleiben, kann es passieren, dass wir unsere Kinder wieder neu eingewöhnen müssen. Jeder, der das bereits schon einmal mitgemacht hat, weiß um diese Herausforderung.

Es sollte dringend an einer kreativen Lösung gearbeitet werden, wenn der Kita-Betrieb nicht wie gewohnt laufen kann. Gibt es denn immer nur AUF oder ZU – SCHWARZ oder WEIß?

Denkbar wäre, dass die Kindertagesstätten mithilfe eines strukturellen Infektionsschutzes wieder eine Regelbetreuung anbieten. Kleine Gruppen könnten abwechselnd betreut werden – z.B. an verschiedenen Wochentagen, oder getrennt an Vor- und Nachmittagen. In entsprechenden Zeitfenstern wird die Kita gereinigt. Es dürften immer nur zwei Eltern gleichzeitig ihre Kinder in der Kita abgeben, ein ähnliches Prinzip wie im Supermarkt.

Es wäre schon ein Gewinn, wenn Familien zwei oder vier Stunden Betreuung pro Tag hätten. Es geht ja nicht darum, dass Eltern wieder voll berufstätig sind, es geht auch darum, ihnen eine Verschnaufpause zu ermöglichen. Und den Kindern soziale Kontakte.

Diese Entscheidung liegt leider nicht in den Händen unserer Stadt, sondern wird auf Landesebene getroffen. Die FDP begrüßt das angekündigte Einberufen einer Arbeitsgruppe von Bund und Ländern, um Leitlinien zu erarbeiten, wie eine schrittweise Wiederöffnung der Kitas aussehen könnte. Es bleibt zu hoffen, das diese Arbeitsgruppe schnell zu Ergebnissen kommt – denn eine Arbeitsgruppe alleine schafft noch keine Veränderung.